Die Lorenzkirche im Ortsteil Großgartach von Leingarten wurde nach Entwürfen Martin Elsaessers am 21. Dezember 1913 eingeweiht. Ende 1912 war er mit dem Bau betraut worden, nachdem sich der teilweise mittelalterliche Vorgängerbau als baufällig erwiesen hatte. Nur das Erdgeschoss des Turmes wurde in den Neubau übernommen, der sich in Umrissformen und Ausrichtung an dem Altbau orientierte. Mächtige Satteldächer fassen in Längsrichtung über dem Kirchraum und auf der Ostseite in Querrichtung über Konfirmandensaal und Sakristei die verschiedenen Gebäudeteile zusammen. Der fast auf Eck gestellte, quadratische Turm erhebt sich mit einem hohen Werksteinsockel und spitzen Turmhelm aus dem Baukomplex. Dessen nüchtern verputzte, fast unkirchliche Fassadengliederung erzielt teilweise den Eindruck eines profanen Bürgerhauses.

 Lorenzkirche Großgartach

Auch in der Innengestaltung suchte Elsaesser mit Holzdecke und Emporen die Anlehnung an die alte Kirche. Auffallend ist die Gestaltung der Chorpartie. Der Altar steht ohne Nische nur vor einer schmalen Mauerzunge, die von zwei spitzbogigen, zu Taufkappelle und Konfirmandensaal führenden Durchbrüchen flankiert wird. Über dem Altar befindet sich eine Kreuzigungsgruppe des Bildhauers Christian Scheufele. Nach der Behebung leichter Kriegsschäden wurde die Lorenzkirche 1965 renoviert. Erst 1990 wurde der Innenraum nach den ursprünglichen Gestaltungs- und Farbideen Elsaessers wieder hergestellt.


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