Die Lutherkirche in Baden-Baden-Lichtenthal war das erste Bauwerk des 21-jährigen Architekten Martin Elsaesser. Im Wettbewerb von 1905 hatte er sich gegen 162 Konkurrenten durchgesetzt. Das Preisgericht leitete Theodor Fischer, was die Verwandtschaft des im süddeutschen Reformstil gehaltenen Gebäudes mit den Kirchen des Lehrers erklärt, auch wenn Elsaessers Gestaltungsansatz in der Interpretation historischer Vorbilder freier und reicher ausfiel. Die einschiffige Saalkirche besteht aus einem mit Mansarddach versehenen Langhaus, dem einseitig ein Querhausbau vorsteht, und das durch eine monumentale Doppelturmfassade abschließt, die durch ein polygonales Altarhaus gebrochen wird.

 

Baden-Baden Lichtental hist.Innenraum mit Fresken von Käte Schaller-Härlin

An der gegenüberliegenden Eingangsfassade findet dieses Motiv an einem Treppenhauserker seine Entsprechung. Der Innenraum erhält durch zwei Reihen übereinander liegender Fenster und die beiden Emporeneinbauten einen zweigeschossigen Aufriss. Der Kanzel- und Altarbereich wird durch einen Rundbogen markiert, der den aus Chorquadrat und Apsis bestehenden Chor überwölbt. Der wesentliche Eindruck des Raums wird durch Ausmalungen und die farbliche Gestaltung erzielt.

 BBL innen AltarraumInnenansicht Altarraum

Dazu gehören die 1910 – fast drei Jahre nach der Einweihung am 22. Dezember 1907 – ausgeführten, flächenfüllenden Wandteppiche und Gemälde von Käthe Schaller-Härlin und Eduard Pfennig.1954 wurden die Ornamente und Wandmuster im Zuge einer Renovierung übermalt. Sie konnte 1988 rückgängig gemacht werden, sodass mit den von Schaller-Härlin gestalteten Glasfenstern, den Plastiken von Karl Albiker und nachgebildeten Einrichtungsgegenständen der Eindruck von Elsaessers ursprünglichem Gesamtkunstwerk wieder hergestellt wurde.

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