Schon 1907 wurde Martin Elsaesser als Berater des Vereins für Christliche Kunst mit Entwürfen für einen Kirchenneubau in Mittelstadt betraut. Doch erst 1910 entschieden sich die Einwohner für die Errichtung einer Steinkirche durch Elsaesser. An Stelle der alten Martinskirche schuf er eine einschiffige Saalkirche mit 500 Sitzplätzen, die am 20. Oktober 1912 eingeweiht wurde. Sie hat an der westlichen Schmalseite einen rechteckigen Altarhausanbau, während die gegenüberliegende Seite polygonal abschließt. Hier liegt der Haupteingang der Kirche über dem sich im Inneren eine Empore befindet. Daran schließt südlich eine Längsempore.

Mittelstadt InnenraumInnenraum ©J. Schilling

Auf dieser Seite befindet sich auch der Turm, der sich mit dem Sakristeivorbau verbindet. Insgesamt erzielt die Architektur mit dem vorspringendem Turm, einem Vorbau für das Sakristeiportal, extra Treppentürmchen und halbhohen Strebepfeilern eine malerische Wirkung. Der Turm wechselt im Glockengeschoss vom quadratischen Grundriss in ein Oktogon. Dazu kommt bauplastischer Schmuck (Bildhauer: Daniel Stöcker), der bei der Martinskirche relativ reich ausgebildet ist. Im Innenraum wird mit den hölzernen Emporen, ornamental bemalten Balken und Trägern sowie der kassettierten Holzdecke der Eindruck eines Schiffbauchs erzeugt. Dennoch sind einige Ausschmückungen, farbige Glasscheiben und die Wandbilder der vier Evangelisten nicht mehr erhalten. 1975 wurde die Martinskirche im Inneren und 1982 im Äußeren renoviert. Zum hundertjährigen Jubliäum fand 2012 eine umfassende Restaurierung statt.

 

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