Die Stadtpfarrkirche in Stuttgart-Gaisburg gehört als eines der prägenden evangelischen Sakralgebäude seiner Zeit zu den herausragenden Bauten Martin Elsaessers. Sein erfolgreicher Wettbewerbsentwurf von 1910 für eine 1200 Plätze zählende Kirche „städtischen Charakters“ wies eine imposante Turmfassade auf. Mit Portikus und Giebel verantwortete sie die zeitgenössische Charakterisierung als „Akropolis von Gaisburg“. Doch in die Kirchenbaugeschichte ging die am 23. November 1913 eingeweihte Stadtpfarrkirche durch den dreischiffigen Innenraum ein, dem eine elliptische Säulenanordnung – als symbolische Form der Gemeinde – einen Zentralraumcharakter gibt. Auf dem eingestellten Oval lagert die große, dem Zusammengehörigkeitsgefühl dienende Empore.

Gaisburg Chorraum

Die Wandbilder der Malerin Käthe Schaller-Härlin unterstreichen bis heute die Ambitionen des Baus. Wichtig nahm Elsaesser auch die Gemeindearbeit, deren Räume er in das untere Geschoss der durch Hanglage gekennzeichneten Kirche legte. Das Gebäude erfuhr Mitte der 1970er Jahre eine erste behutsame Erneuerung und steht heute unter Denkmalschutz. Für die Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Einweihung wird der frisch sanierte Turm wieder unverhüllt Gaisburg überragen.

Zu dieser Kirche gibt es ein Bauheft aus dem Schaff Verlag

 

 


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