Auch im Falle der evangelischen Kirche in Kleineislingen wurde Martin Elsaesser 1910 als Berater hinzugezogen. Für das bereits um 1700 erweiterte, zu klein gewordene und eng bebaute Gotteshaus war ein Neubau geplant, der nicht zustande kam, sodass Elsaesser mit der Erweiterung beauftragt wurde. Anfang 1912 arbeitete er die Pläne aus; am 14. September 1913 konnte das Gebäude eingeweiht werden. Unter Beibehaltung von Chor und Turm wurde an die Reste vom alten Kirchenschiff ein neuer Kirchenraum angebaut. Er wird von einem mächtigen Satteldach gekrönt. Rundfenster und ein Zahnschnitt-Gesims sind auffällige Gestaltungsmerkmale des Neubauteils, der trotz kleiner Strebepfeiler einen profanen, hausartigen Charakter hat. Im Kircheninnern entstand unter einer tiefen Seitenempore ein separater Raum für Gemeindezwecke, der über herausnehmbare Türen mit dem Hauptraum verbunden werden kann. Dieser weist in den Raumproportionen und durch ein Tonnengewölbe mit Kassettendecke einen klassizistisch strengen Charakter auf. Seit 1927 steht die – 1933 mit ihrem heutigen Namen versehene – Lutherkirche unter Denkmalschutz. 1993/94 fand eine Außensanierung und 1998 Innenrenovierung statt. Leider ist das Gebäude heute völlig freigestellt, sodass entsprechende bauliche Rücksichtnahmen Elsaessers nicht mehr nachvollziehbar sind.

Klein-Eislingen innen

 

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