Elsaesser hat große Stadtkirchen gebaut, wie in Stuttgart-Gaisburg, Esslingen und Oberndorf, Dorfkirchen, wie in Reicheneck und Kleineislingen, und Betsäle in Tübingen und Kirchheim/Teck.

Neben dem Entwurf von ambitionerten Neubauten hat er sich auch dem Umbau, der Vergrößerung und Renovierung bestehender, zum Teil sehr alter Kirchen gewidmet. Kennzeichnend für alle Projekte sind die schöpferischen wie pragmatischen Lösungen,  aber ebenso die Verbindung technischer Innovationen mit traditionellen Formelementen.

Das zentrale Motiv seiner zweckmäßig-einfach geformten, klar disponierten Raumeinheiten war der zur „architektonischen Form gewordene Wille der Gemeinde“. Elsaessers 38 Kirchenprojekte sind für die Entwicklung des modernen protestantischen Kirchenbaus von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Martin Elsaesser hat Räume geschaffen, welche sich die Gemeinden in vielfältiger Hinsicht aneignen konnten – und können. Im Medium der Architektur hat er den Kirchengemeinden ein subtiles Instrument der eigenen Selbstdarstellung angeboten. So sollten sich die Kirchen z.B. harmonisch in die Landschaft – sehr oft steile Hanglagen – und die städtische oder dörfliche Umgebung einfügen, ohne dabei ihre Bedeutung als herausragendes Gebäude zu verlieren.

Als Orte des gemeinsamen Gebets, des Erkennens und Erlebens sollten seine Gotteshäuser eine ästhetische Vereinfachung im Sinne transzendenter Erfahrung und geistiger Sammlung fördern, sodass „[uns] in Symbolen Unaussprechliches nahetritt“. Dementsprechend fasste er das Credo seiner Kirchenbauten zusammen: „Die Nüchternheit moderner Bauweise, [...], kann in der Hand des Künstlers zu einer heiligen Nüchternheit werden.“

Mit dieser Webseite wollen wir die Aktualität der Kirchenbauten Martin Elsaessers ins öffentliche Bewusstsein bringen. Zugleich schaffen wir die Möglichkeit, die von Martin Elsaesser gebauten Kirchen kennenzulernen. So eröffnet sich hier das Verbindende von Konzeption und  Formensprache. Die Bedeutung von Martin Elsaesser für die Entwicklung des modernen protestantischen Kirchenbaus wird in beispielhafter Weise anschaulich.

Wir würden uns freuen, wenn so ein Gefühl des gemeinsamen Erbes dieser Kirchen entsteht und eine Freude an ihrer Nutzung. Mit dieser Vernetzung wollen wir den  Austausch, z.B. in Fragen der Renovierung, Erhaltung und Nutzung fördern. Wir unterstützen Zukunftsperspektiven der Kirchenbauten von Martin Elsaesser im zweiten Jahrhunderts ihres Bestehens.

 

 

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